Aus der Geschichte:   Vorwort
  Die Anfänge
  Bürger-Sänger-Verein (BSV) 1845
  Männergesangverein (MGV) 1904
  Sängerbund Kempten (1951)
  Die Jodlergruppe (1962 - 2009)

von Günter Zachmeier, Heinz Wagner und Hans Hartmannsberger


Vorwort

      Im Jahr 1945, als das "1000-jährige Reich" in Trümmern lag und der Bürger-Sänger-Verein eigentlich sein 100-jähriges Bestehen hätte feiern können, machte ein Kemptener Bürger auf dem Schuttplatz auf der Breite einen unersetzlichen Fund: die Originalakten des Bürger-Sänger-Vereins von 1845 bis 1883 und zusätzlich ein "Gedenk-Buch der Feier des 50-jährigen Bestehens des Kemptener Liederkranzes; 1829-1879". Diesen beiden Fundstücken ist es zu verdanken, dass wir heute zuverlässig über die Gründungsgeschichte des Bürger-Sänger-Vereins und anderer Sängervereine in Kempten berichten können.


Die Anfänge

      In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden in Deutschland eine Vielzahl von Gesangvereinen. Als geistiger Urheber und als Erstgründer nennt man den Berliner Karl Friedrich Zelter, der sein Maurerhandwerk mit der Musik vertauschte und nach gründlicher Ausbildung in Berlin 1809 die Liedertafel und 1822 das Königliche Institut für Kirchen- und Schulmusik gründete. Ebenso wie die Wanderbewegung und die Burschenschaften waren auch die Gesangvereine stark in den neu erwachten Wunsch nach nationaler Einheit der Deutschen Lande eingebunden und daher oft von der Obrigkeit mit erheblichem Misstrauen beobachtet worden.
      Die erste nachweisbare Gründung eines Gesangvereins in Kempten geht auf das Jahr 1829 zurück, als sich im Herbst dieses Jahres vier Männer aus der (katholischen) Stiftsstadt Kempten zu einem Quartett zusammenfanden und sich den Namen "Liederkranz" gaben. Musikalischer Höhepunkt in dieser Zeit war sicherlich das große Sängerfest von 1840 auf der Schwaigwiese in Kempten, das vom Liederkranz ausgerichtet wurde und an dem 11 Gesangvereine aus dem gesamten Allgäu teilnahmen. Der Magistrat der damals bereits "vereinigten" Stadt Kempten steuerte zu diesem Sängerfest 300 Gulden bei, erhielt aber nach Beendigung des Festes aus den Einnahmen wieder 400 Gulden für den Armenfond ausbezahlt.
      1841 fanden sich auch in der (evangelischen) Reichsstadt Kempten Bürger zu geselligem Gesang zusammen. Daraus entstand im Jahre 1846 der Gesangverein "Liedertafel".


Bürger-Sänger-Verein (BSV) 1845

      Im Jahre 1845 existierte auf der Brach in der Neustadt (= Stiftsstadt) eine "Sängergesellschaft" mit 13 Sängern unter dem Lehrer Anton Wendlinger als Chorleiter und eine "Bürgergesellschaft auf der Brach". In der Plenarversammlung vom 19. Dezember 1845 wurde der "Antrag, beide nebeneinander bestehenden Gesellschaften in Eine zu verschmelzen", einstimmig angenommen. Die Sängergesellschaft akzeptierte dieses Angebot am 23. Dezember 1845 und so entstand der "Bürgerliche Gesangverein auf der Brach". Durch den glücklichen Fund der Originalakten sind die Namen der fünfzehn  Gründungsmitglieder und des damaligen Dirigenten bis heute überliefert.
      Das Mitgliederverzeichnis vom 3. März 1846 weist bereits 16 Sänger und 30 Nichtsänger, also fördernde Mitglieder, aus. Als Vorstand fungierte der bürgerliche Magistratsrat F. X. Hartmann, als Kassier Aktuar Hämmerle, der spätere Buchhalter der Stiftsbrauerei, und als Musikdirektor Anton Wendlinger. Über ihn berichtet der Chronist, dass er wegen "revolutionärer Anrüchigkeit" das Lehramt verlassen musste und Weinwirt "zur Rebe" wurde. Nach seinem Tod am 17. Oktober 1852 entfernte die Polizei die schwarz-rot-goldenen Schleifen, die seinen Sarg zierten. Die Polizei und der Magistrat der königlichen Stadt Kempten hatten - wie auch in den meisten anderen deutschen Städten - ein wachsames Auge auf die jungen Vereine geworfen. Erst mit Erlaß vom 20. Juni 1847 genehmigte die königliche Regierung von Schwaben und Neuburg die Bildung einer Gesellschaft zu Kempten unter dem Namen "Bürger Sänger Verein". Diese Regierungsentschließung leitete der Magistrat von Kempten mit Schreiben vom 5. Juli 1847 an den Vorstand des jungen Vereins weiter und fügte strenge Vorbehalte bei, die unter anderem verlangten, dass zu allen Vereinsveranstaltungen "untertänigst" die Genehmigung des Magistrats zu erbitten war. Bei gemeinsamen Ausflügen musste sogar eine genaue Wegangabe gemacht und alle Namen der Teilnehmer genannt werden. Das "allergnädigste" Genehmigungsschreiben des Magistrats beantwortete der junge Verein mit einer Spende von 20 Gulden zugunsten des Armenfonds. Auf den Inhalt der Liederbücher hatte die Polizei ein besonders wachsames Auge. Freiheitliche und vaterländische Lieder, welche ihr Missfallen erregten, wurden aus den Büchern und Singheften herausgerissen.
      Trotzdem entwickelte sich das Vereinsleben prächtig. Die Sänger wurden durch Circulare (Rundbriefe) zu den Proben, Versammlungen und Veranstaltungen gerufen. "Das Circular wolle gefälligst unterschrieben, und an einen anderen Herren, welcher dasselbe noch nicht unterzeichnet hat, zugeschickt werden, doch bittet man, es so schnell wie möglich zirkulieren zu lassen." Alljährlich im November fand regelmäßig eine "Caecilien-Unterhaltung" statt. Bei den Caecilien- und Uhlandsfeiern überwogen Gesang, Deklamation und Instrumentalmusik, während die beliebten musikalisch-theatralischen Abendunterhaltungen eine Mischung aus Musiktheater und Chorvortrag waren. Bereits 1848 ermöglichte es die finanzielle Lage des Vereins, eine Vereinsfahne anzuschaffen. Sie trägt den Sängerspruch: "In Fried und Streit, ein Lied ist gut Geleit" sowie zwei Malereien von Joseph Buck. Diese Fahne ist bis heute erhalten. Sie war allerdings durch den Zahn der Zeit sehr in Mitleidenschaft gezogen. Mit Unterstützung zahlreicher großzügiger Spender konnte diese Fahne in den Jahren 1998 bis 2000 unter erheblichem finanziellen Aufwand restauriert werden.
      Die Mitgliederzahl stieg schnell an, so dass das Gesellschaftslokal von der "Brach" in den "Engel-Neustadt" verlegt wurde. Einen erheblichen Rückschlag erfuhr der Verein im Jahr 1859 durch die in Kempten ausgebrochene Typhusepidemie. Von 1859 bis 1880 war mit nur einjähriger Unterbrechung Stiftungsverwalter Hengeler Vorstand. Es beginnt eine Blütezeit des Vereins. Am 1. September 1862 entstand der Schwäbisch-Bayerische Sängerbund (heute: Chorverband Bayerisch Schwaben). Der Bürger-Sänger-Verein Kempten war Gründungsmitglied und marschierte im Verband der 41 Gründungsvereine, alle in gleicher Tracht und mit Edelweiß und Alpenrosen geschmückt, in Augsburg ein. Im gleichen Jahr zog der Verein in den "Adler" um. Es bildeten sich eine Blechmusik mit 9 Mitgliedern und ein hübsches Liebhabertheater unter Leitung von Maler Buck. Im Jahre 1865 hatte der Verein 152 Mitglieder. Das zweite Sängerfest des Schwäbisch-Bayerischen-Sängerbundes sollte vom 26. bis 28. August 1866 in Kempten stattfinden. Einladungen und Programme waren bereits gedruckt und verteilt. Das Programmheft gibt einen Interessanten Aufschluss über das damals gepflegte Liedgut: neben kirchlichen Liedern, Silcher, Jägerchor aus "Eryante" waren es überwiegend vaterländische Gesänge, in denen alles "deutsch" ist, nicht nur das Land, das Lied und der Chor, sondern auch das Herz, die Lust, der Geist und natürlich der Rhein. Da durchkreuzte die Mobilmachung vom 10.5.1866 alle Pläne. Obwohl nach kaum mehr als drei Monaten, nach Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Preußen am 22.8.1866, alle Kampfhandlungen wieder beendet waren, beeinträchtigten die Kriegsfolgen noch bis über das Jahr 1870 hinaus alle Vereinstätigkeiten.
      Von 1859 bis 1873 war Dirigent Georg Philipp Seitz, Chorregent von St. Mang, der "Soli und Chor sehr gut schulte". Seine Nachfolger waren der Lehrer Eduard Merz und Augustin Mayr. Am 23. November 1895 feierte der Verein - Dirigent war Ferdinand Schwaiger, ebenfalls Lehrer - im Kornhaussaal sein 50. Gründungsfest, bei dem der Stadtkassakontrolleur A. Hengeler die Festrede hielt und mit seinem Sohn Anton, dem späteren Stadtkassier, die Soli sang. Aus Dieser Zeit ist uns noch ein Bilddokument erhalten. Es zeigt eine Gruppe des Bürger-Sänger-Vereins beim Ausflug zum Edelsberg 1898.
      Ein herausragendes Ereignis für die Kemptener Gesangvereine war das 9. Schwäbisch-Bayerische Bundes-Sängerfest in Kempten 1910. Damals zählte der Chor 89 Sänger. Das Stadtbauamt errichtete auf dem Königsplatz eine große Halle, die fünf- bis sechstausend Zuhörern Platz bot. Über 1800 Sänger von 57 Vereinen aus ganz Bayerisch-Schwaben gaben sich in Kempten drei Tage lang ein Stelldichein. Drei Jahre später - unter Dirigent Ludwig Schwalber - berichtet die Vereinschronik von 250 Vereinsmitgliedern. Das Vereinslokal war zu dieser Zeit bereits die Gaststätte "zum Stift" und sollte es bis zum Umzug in die Sing- und Musikschule mehr als 60 Jahre später bleiben. Unter der zielbewussten Vereinsführung von Kaspar Ebentheuer, Wilhelm Martin und Wilhelm Schmid und der bewähren Chorleitung der bereits erwähnten Ferdinand Schwaiger und Ludwig Schwalber sowie von Willi Schwaiger besaß der Verein vom Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts den stärksten Männerchor im Allgäu. Seine Konzerte und Veranstaltungen zählten zu den besten ihrer Zeit. Ein weiteres herausragendes Ereignis war das 75-jährige Gründungsfest, bei dem ein Foto des Gesamtchores im Jubiläumsjahr 1920 entstand. Aufgrund der im Reich erlassenen Bestimmungen zur Auflösung (und auch Gleichschaltung!) kleinerer Vereine erfolgte dann im März 1934 der geschlossene Übertritt der "Typographia", dem Gesangverein der Buchdrucker, in den Bürger-Sänger-Verein.


Männergesangverein (MGV) 1904

      Von den Anfängen der Chöre, aus denen der "Männergesangverein Kempten" hervorgegangen ist, die "Liedertafel" (gegr. 1846) und der "Liederhort" (gegr. 1889), beides Vereine der Kemptener Altstadt, ist sehr wenig bekannt. Lediglich die Vereinsfahne der Liedertafel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts war erhalten und konnte mit Unterstützung zahlreicher großzügiger Spender in den Jahren 1998 bis 2000 unter erheblichem finanziellem Aufwand restauriert werden. Leider ist die restaurierte Fahne am 26. März 2001 entwendet worden. Nur noch die Fotos dieser Vereinsfahne sind erhalten.
      Mangelnder Probenbesuch (ein lebendiges Bild von den Chorleitersorgen von einst geben die noch erhaltenen Circulare) und rapider Mitgliederschwund, wovon der Chronist speziell nach dem 66er-Krieg in leidvollen Worten berichtet, zwangen wohl auch die beiden Chöre, Liedertafel und Liederhort, sich am 10. September 1904 zum "Männergesangverein Kempten" zusammen zu schließen. So entstand in der ehemaligen Reichsstadt wieder ein singstarker Männerchor, dem vornehmlich evangelische Bürger aus der Altstadt und der Illervorstadt angehörten. Als Vereinslokal wurde die Gaststätte "Deutscher Kaiser" gewählt, die am Freudenberg an der Stelle stand, wo heute das Quelle-Haus steht. Unter der vorbildlichen Vereinsleitung von Thomas Argauer, Ferdinand Geissler und Wilhelm Menz sowie der unermüdlichen Chordirigenten Gustav Hornberger und Salomon Rothärmel erlebte der Männergesangverein eine lange Reihe erfolgreichster und schönster Vereinsjahre.


Sängerbund Kempten (1951)

      Besonders in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen arbeiteten die Kemptener Gesangvereine eng zusammen und gaben häufig gemeinsame Konzerte. Dabei verwendeten sie, wie schon einige Male im ausgehenden 19. Jahrhundert, die Bezeichnung "Kemptener Sängerbund", wie z. B. beim IX. Schwäbisch-bayerischen Bundes Sängerfest im Juli 1910 in Kempten. Dann brachte der zweite Weltkrieg schließlich das Vereinsleben fast völlig zum Erliegen.
      Im Jahre 1945 ging mit dem Krieg auch die Tätigkeit der Kemptener Männerchöre endgültig zu Ende, denn die Weiterführung des Vereinslebens wurde durch die Besatzungsmächte verboten. Erst nach Lockerung des Verbots war es möglich, am 3. Juni 1948 die Sänger wieder zusammen zu rufen. Zunächst trafen sich die Sangesfreunde des Bürger-Sänger-Vereins und Männergesangvereins zu gemeinsamen Gesangsproben unter der Leitung des Chordirektors Dr. Franz Lehrndorfer. Er war es, der die nach und nach wachsende Zahl der Sänger zu einem beachtlichen Klangkörper formte. Die Führung zweier Vereine unter einem Chorleiter und einer Vereinsleitung war aber auf Dauer nicht tragbar und die Frage der endgültigen Trennung oder des Zusammenschlusses drängte zur Entscheidung. In der Hauptversammlung am 30. Juni 1951 entschieden sich die Sänger für eine Vereinigung des Bürger-Sänger-Vereins 1845 und des Männergesangvereins 1904 zum "Sängerbund Kempten" als Träger der Tradition beider Vereine. Somit lebt in ihm die  170-jährige Geschichte der Kemptener Männergesangvereine fort.
      Es begann eine weitere Blütezeit des Chores. Die Statistik vom 15. Dezember 1951 zählte 116 aktive Mitglieder. Unter Hans Hartmannsberger, Chormeister von 1951 bis 1972, fanden alljährlich große Kornhauskonzerte mit Solisten und Orchester statt. Seine Nachfolger als Chorleiter waren Helmut Müller, Ludwig Rügamer, Ernst Bestfleisch (über mehr als 10 Jahre), Isabella Madlener, Alfred Ziegler, Elmar Neuberth, Anton Schmidt, ab Oktober 1997 Wolfgang Schelbert und ab März 2012 Thorsten M. Schmehr. Die Vereinsführung lag in dieser Zeit in so bewährten Händen wie denen von Hans Müller, Dieter Prinz, Hansjörg Kloos, Klaus E. Wittmann, Peter Stix, Norbert Lichter, wiederum Klaus E. Wittmann, Heinz Wagner, Reinhold Petrich und wiederum Heinz Wagner.


Die Jodlergruppe (1962 - 2009)

      In den 60er-Jahren, einer Zeit der Hochblüte des Sängerbundes, wurde neben der zielstrebigen Chorarbeit für die großen Konzerte der innere Zusammenhalt des Chores durch regelmäßige gesellige Veranstaltungen gefördert. Hierzu zählten auch die geselligen Liedertafeln, bei denen dem freien Singen und Musizieren, sowie Auftritten der Vereinssolisten Freiraum gegeben wurde.
      Im Herbst 1962 trat bei einer solchen Liedertafel erstmals ein Soloquartett mit Werner Bunz, Franz Hiemer, Xaver Schadl und Hans Seit auf, das von Chorleiter Hans Hartmannsberger geleitet wurde. Gesungen wurde anfänglich oberbayerisches Liedgut. Der Widerhall war so nachhaltig, dass aus diesem ersten Versuch eine feste Einrichtung wurde. Man traf sich monatlich einmal und baute einen Lieder- und Jodlerschatz mit Schwerpunkt von Schwäbischem und Allgäuer Volksgut auf. Es war ein Glücksfall, dass Franz Hiemer seine Naturbegabung als Jodler ausbauen konnte und als "Oberjodler" zur tragenden Säule der Gruppe wurde.
      Sie wurde zu einem Aushängeschild des Sängerbundes und gab sich den Namen "Jodlergruppe des Sängerbundes Kempten". 1972 gab Hans Hartmannsberger die musikalische Leitung des Sängerbundes ab. Da jedoch keiner der Nachfolger bereit war, auch die Jodlergruppe zu betreuen, führte er sie weiter, um ihre Existenz zu sichern.
      1975 wurde das bisherige Soloquartett zu einem Doppelquartett erweitert mit der Besetzung: Franz Hiemer und Alfred Ziegler (1. Tenor), Hansjörg Kloos und Hermann Schedler (2. Tenor), Xaver Schadl und Ernst Schreivogel (1. Bass), Hans Seit und Franz Hölzle (2. Bass). Im Verlaufe der folgenden Jahre kamen für Schedler zunächst Herbert Hegele, der nach wenigen Jahren von Siegfried Lerf abgelöst wurde, und für Schadl und Seit Ewald Gomolka und Xaver Seiband zur Gruppe.
      Ein schwerer Schlag traf die Gruppe im Jahre 1987, als sie durch einen Verkehrsunfall Franz Hiemer verlor. Er war die Seele der Gruppe gewesen. An seiner Totenbahre sang sie ihm ein Totenlied aus Österreich: "Müßt mich zu Grabe bringen, kann nimmer mit euch singen."
      Nach dem Zugang von Otto Wölfle als 1. Tenor und Oberjodler konnte der Weiterbestand der Gruppe gewährleistet werden. Im Jahr 1991 baten Alfred Ziegler und Franz Hölzle um ihr Ausscheiden. An ihre Stelle traten Michael Wimmer und Günter Zachmeier. In dieser Besetzung feierte die Gruppe im Herbst 1992 ihr 30-jähriges Bestehen. Dies wurde auch zum letzten Auftritt ihres Begründers und Leiters Hans Hartmannsberger. Da sich in Günter Zachmeier ein geeigneter und engagierter Nachfolger gefunden hatte, sah Hartmannsberger den weiteren Bestand als gewährleistet und trat als 80-Jähriger zurück.
      Für Ewald Gomolka kam bald Sepp Bürzle in die Gruppe. Dieser schied zu Beginn des Jahres 1996 wieder aus. Daraufhin wechselte Günter Zachmeier in den 1. Bass, so dass der 2. Bass mit Xaver Seiband nur einfach besetzt war. Der Beginn des Jahres 1998 brachte mit Franz Miller (2. Bass) und Reinhold Petrich (1. Tenor) nicht nur zahlenmäßig, sondern auch stimmlich eine Verstärkung der Jodlergruppe. Die Besetzung mit drei 1. Tenören hat den Vorteil, dass bei Fehlen von einem der drei die Gruppe trotzdem noch voll auftrittsfähig ist.
      Nach der Feier des 35-jährigen Bestehens im Oktober 1997 in Form einer Liedertafel war die 4-tägige Reise nach Schonach/Schwarzwald mit der ganzen Gruppe mit allen Ehefrauen, sowie dem häufigen Begleiter Otto Simon mit seiner steirischen Harmonika und seiner Frau Inge ein weiterer Höhepunkt. Der Zusammenhalt in der Gruppe wurde ungemein gefördert und seither sind die Frauen voll in die Gruppe integriert und bei allen Feiern dabei.
      In der Folgezeit setzte Zachmeier neue Schwerpunkte und schulte die Gruppe speziell im a-capella-Gesang, weg von der Instrumentalbegleitung. Die Jodlergruppe errang ein hohes Ansehen und wirkte bei zahlreichen - auch überregionalen - Veranstaltungen mit. So kamen unter der Leitung von Günter Zachmeier rund 230 Auftritte zusammen bis die Jodlergruppe zuletzt am 19. Dezember 2008 ihrem einstigen Gründer, Hans Hartmannsberger, gesanglich das letzte Geleit gab. Das war zugleich der letzte Auftritt der Jodlergruppe, die sich mit Beschluss der Mitgliederversammlung vom 25.02.2010 auflöste, weil aus Altersgründen die gesangliche Qualität nicht mehr zu halten war.