von Günter Zachmeier, Heinz Wagner und Hans Hartmannsberger
Vorwort
Im Jahr 1945, als das "1000-jährige
Reich" in Trümmern lag und der Bürger-Sänger-Verein eigentlich sein
100-jähriges Bestehen hätte feiern können, machte ein Kemptener
Bürger auf dem Schuttplatz auf der Breite einen unersetzlichen Fund: die
Originalakten des Bürger-Sänger-Vereins von 1845 bis 1883 und zusätzlich
ein "Gedenk-Buch der Feier des 50-jährigen Bestehens des Kemptener
Liederkranzes; 1829-1879". Diesen beiden Fundstücken ist es zu verdanken,
dass wir heute zuverlässig über die Gründungsgeschichte des
Bürger-Sänger-Vereins und anderer Sängervereine in Kempten berichten
können.
Die Anfänge
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
entstanden in Deutschland eine Vielzahl von Gesangvereinen. Als geistiger Urheber und
als Erstgründer nennt man den Berliner Karl Friedrich Zelter, der sein
Maurerhandwerk mit der Musik vertauschte und nach gründlicher Ausbildung in Berlin
1809 die Liedertafel und 1822 das Königliche Institut für Kirchen- und
Schulmusik gründete. Ebenso wie die Wanderbewegung und die Burschenschaften waren
auch die Gesangvereine stark in den neu erwachten Wunsch nach nationaler Einheit der
Deutschen Lande eingebunden und daher oft von der Obrigkeit mit erheblichem
Misstrauen beobachtet worden.
Die erste nachweisbare Gründung eines Gesangvereins
in Kempten geht auf das Jahr 1829 zurück, als sich im Herbst dieses Jahres vier
Männer aus der (katholischen) Stiftsstadt Kempten zu einem Quartett zusammenfanden
und sich den Namen "Liederkranz" gaben. Musikalischer Höhepunkt in
dieser Zeit war sicherlich das große Sängerfest von 1840 auf der Schwaigwiese
in Kempten, das vom Liederkranz ausgerichtet wurde und an dem 11 Gesangvereine aus dem
gesamten Allgäu teilnahmen. Der Magistrat der damals bereits "vereinigten"
Stadt Kempten steuerte zu diesem Sängerfest 300 Gulden bei, erhielt aber nach
Beendigung des Festes aus den Einnahmen wieder 400 Gulden für den Armenfond
ausbezahlt.
1841 fanden sich auch in der (evangelischen)
Reichsstadt Kempten Bürger zu geselligem Gesang zusammen. Daraus entstand im Jahre
1846 der Gesangverein "Liedertafel".
Bürger-Sänger-Verein (BSV) 1845
Im Jahre 1845 existierte auf der Brach in der
Neustadt (= Stiftsstadt) eine "Sängergesellschaft" mit 13 Sängern
unter dem Lehrer Anton Wendlinger als Chorleiter und eine "Bürgergesellschaft
auf der Brach". In der Plenarversammlung vom 19. Dezember 1845 wurde der
"Antrag, beide nebeneinander bestehenden Gesellschaften in Eine zu verschmelzen",
einstimmig angenommen. Die Sängergesellschaft akzeptierte dieses Angebot am 23.
Dezember 1845 und so entstand der "Bürgerliche Gesangverein auf der
Brach". Durch den glücklichen Fund der Originalakten sind die Namen der fünfzehn
Gründungsmitglieder und des damaligen Dirigenten
bis heute überliefert.
Das Mitgliederverzeichnis vom 3. März 1846 weist
bereits 16 Sänger und 30 Nichtsänger, also fördernde Mitglieder, aus.
Als Vorstand fungierte der bürgerliche Magistratsrat F. X. Hartmann, als Kassier
Aktuar Hämmerle, der spätere Buchhalter der Stiftsbrauerei, und als
Musikdirektor Anton Wendlinger. Über ihn berichtet der Chronist, dass er wegen
"revolutionärer Anrüchigkeit" das Lehramt verlassen musste
und Weinwirt "zur Rebe" wurde. Nach seinem Tod am 17. Oktober 1852 entfernte
die Polizei die schwarz-rot-goldenen Schleifen, die seinen Sarg zierten. Die Polizei und
der Magistrat der königlichen Stadt Kempten hatten - wie auch in den meisten
anderen deutschen Städten - ein wachsames Auge auf die jungen Vereine geworfen.
Erst mit
Erlaß vom 20. Juni 1847 genehmigte die königliche
Regierung von Schwaben und Neuburg die Bildung einer Gesellschaft zu Kempten unter dem Namen
"Bürger Sänger Verein". Diese Regierungsentschließung leitete der Magistrat
von Kempten mit
Schreiben vom 5. Juli 1847 an den Vorstand des jungen Vereins
weiter und fügte strenge Vorbehalte bei, die unter anderem verlangten, dass zu allen
Vereinsveranstaltungen "untertänigst"
die Genehmigung des Magistrats zu erbitten war. Bei gemeinsamen Ausflügen
musste sogar eine genaue Wegangabe gemacht und alle Namen der Teilnehmer genannt
werden. Das "allergnädigste" Genehmigungsschreiben des Magistrats
beantwortete der junge Verein mit einer Spende von 20 Gulden zugunsten des Armenfonds.
Auf den Inhalt der Liederbücher hatte die Polizei ein besonders wachsames Auge.
Freiheitliche und vaterländische Lieder, welche ihr Missfallen erregten, wurden
aus den Büchern und Singheften herausgerissen.
Trotzdem entwickelte sich das Vereinsleben prächtig.
Die Sänger wurden durch Circulare (Rundbriefe) zu den Proben, Versammlungen und
Veranstaltungen gerufen. "Das Circular wolle gefälligst unterschrieben, und an
einen anderen Herren, welcher dasselbe noch nicht unterzeichnet hat, zugeschickt werden,
doch bittet man, es so schnell wie möglich zirkulieren zu lassen." Alljährlich
im November fand regelmäßig eine "Caecilien-Unterhaltung" statt.
Bei den Caecilien- und Uhlandsfeiern überwogen Gesang, Deklamation und Instrumentalmusik,
während die beliebten musikalisch-theatralischen Abendunterhaltungen eine Mischung aus
Musiktheater und Chorvortrag waren. Bereits 1848 ermöglichte es die finanzielle Lage des
Vereins, eine
Vereinsfahne anzuschaffen. Sie
trägt den Sängerspruch: "In Fried und Streit, ein Lied ist gut Geleit"
sowie zwei Malereien von Joseph Buck. Diese Fahne ist bis heute erhalten. Sie war
allerdings durch den Zahn der Zeit sehr in Mitleidenschaft gezogen. Mit
Unterstützung zahlreicher großzügiger Spender konnte diese Fahne in den
Jahren 1998 bis 2000 unter erheblichem finanziellen Aufwand restauriert werden.
Die Mitgliederzahl stieg schnell an, so dass
das Gesellschaftslokal von der "Brach" in den "Engel-Neustadt"
verlegt wurde. Einen erheblichen Rückschlag erfuhr der Verein im Jahr 1859 durch die
in Kempten ausgebrochene Typhusepidemie. Von 1859 bis 1880 war mit nur einjähriger
Unterbrechung Stiftungsverwalter Hengeler Vorstand. Es beginnt eine Blütezeit des
Vereins. Am 1. September 1862 entstand der Schwäbisch-Bayerische Sängerbund
(heute: Chorverband Bayerisch Schwaben). Der Bürger-Sänger-Verein Kempten war
Gründungsmitglied und marschierte im Verband der 41 Gründungsvereine,
alle in gleicher Tracht und mit Edelweiß und Alpenrosen geschmückt, in
Augsburg ein. Im gleichen Jahr zog der Verein in den "Adler" um. Es bildeten
sich eine Blechmusik mit 9 Mitgliedern und ein hübsches Liebhabertheater unter
Leitung von Maler Buck. Im Jahre 1865 hatte der Verein 152 Mitglieder. Das zweite
Sängerfest des Schwäbisch-Bayerischen-Sängerbundes sollte vom 26. bis
28. August 1866 in Kempten stattfinden. Einladungen und Programme waren bereits gedruckt
und verteilt. Das Programmheft gibt einen Interessanten Aufschluss über das
damals gepflegte Liedgut: neben kirchlichen Liedern, Silcher, Jägerchor aus
"Eryante" waren es überwiegend vaterländische Gesänge, in
denen alles "deutsch" ist, nicht nur das Land, das Lied und der Chor,
sondern auch das Herz, die Lust, der Geist und natürlich der Rhein. Da durchkreuzte
die Mobilmachung vom 10.5.1866 alle Pläne. Obwohl nach kaum mehr als drei Monaten,
nach Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Preußen am 22.8.1866, alle
Kampfhandlungen wieder beendet waren, beeinträchtigten die Kriegsfolgen noch bis
über das Jahr 1870 hinaus alle Vereinstätigkeiten.
Von 1859 bis 1873 war Dirigent Georg Philipp Seitz,
Chorregent von St. Mang, der "Soli und Chor sehr gut schulte". Seine Nachfolger
waren der Lehrer Eduard Merz und Augustin Mayr. Am 23. November 1895 feierte der Verein
- Dirigent war Ferdinand Schwaiger, ebenfalls Lehrer - im Kornhaussaal sein 50.
Gründungsfest, bei dem der Stadtkassakontrolleur A. Hengeler die Festrede hielt und
mit seinem Sohn Anton, dem späteren Stadtkassier, die Soli sang. Aus Dieser Zeit ist
uns noch ein Bilddokument erhalten. Es zeigt eine Gruppe des Bürger-Sänger-Vereins
beim
Ausflug zum Edelsberg 1898.
Ein herausragendes Ereignis für die Kemptener
Gesangvereine war das 9. Schwäbisch-Bayerische Bundes-Sängerfest in Kempten 1910.
Damals zählte der Chor 89 Sänger. Das Stadtbauamt errichtete auf dem Königsplatz
eine große Halle, die fünf- bis sechstausend Zuhörern Platz bot. Über
1800 Sänger von 57 Vereinen aus ganz Bayerisch-Schwaben gaben sich in Kempten drei
Tage lang ein Stelldichein. Drei Jahre später - unter Dirigent Ludwig Schwalber -
berichtet die Vereinschronik von 250 Vereinsmitgliedern. Das Vereinslokal war zu dieser
Zeit bereits die Gaststätte "zum Stift" und sollte es bis zum Umzug in
die Sing- und Musikschule mehr als 60 Jahre später bleiben. Unter der
zielbewussten Vereinsführung von Kaspar Ebentheuer, Wilhelm Martin und Wilhelm
Schmid und der bewähren Chorleitung der bereits erwähnten Ferdinand Schwaiger
und Ludwig Schwalber sowie von Willi Schwaiger besaß der Verein vom Ende des 19. bis
Mitte des 20. Jahrhunderts den stärksten Männerchor im Allgäu. Seine Konzerte
und Veranstaltungen zählten zu den besten ihrer Zeit. Ein weiteres herausragendes
Ereignis war das 75-jährige Gründungsfest, bei dem ein Foto des
Gesamtchores im Jubiläumsjahr 1920 entstand. Aufgrund
der im Reich erlassenen Bestimmungen zur
Auflösung (und auch Gleichschaltung!) kleinerer Vereine erfolgte dann im März 1934
der geschlossene Übertritt der "Typographia", dem Gesangverein der Buchdrucker,
in den Bürger-Sänger-Verein.
Männergesangverein (MGV) 1904
Von den Anfängen der Chöre, aus denen der
"Männergesangverein Kempten" hervorgegangen ist, die
"Liedertafel" (gegr. 1846) und der "Liederhort"
(gegr. 1889), beides Vereine der Kemptener Altstadt, ist sehr wenig bekannt. Lediglich
die
Vereinsfahne der Liedertafel aus der Mitte des 19.
Jahrhunderts ist erhalten und konnte mit Unterstützung zahlreicher großzügiger
Spender in den Jahren 1998 bis 2000 unter erheblichem finanziellem Aufwand restauriert werden.
Mangelnder Probenbesuch (ein lebendiges Bild von den
Chorleitersorgen
von einst geben die noch erhaltenen Circulare) und rapider Mitgliederschwund, wovon der
Chronist speziell nach dem 66er-Krieg in leidvollen Worten berichtet, zwangen wohl auch
die beiden Chöre, Liedertafel und Liederhort, sich am 10. September 1904 zum
"Männergesangverein Kempten" zusammen zu schließen. So
entstand in der ehemaligen Reichsstadt wieder ein singstarker Männerchor, dem
vornehmlich evangelische Bürger aus der Altstadt und der Illervorstadt angehörten.
Als Vereinslokal wurde die Gaststätte "Deutscher Kaiser" gewählt, die am
Freudenberg an der Stelle stand, wo heute das Quelle-Haus steht. Unter der vorbildlichen
Vereinsleitung von Thomas Argauer, Ferdinand Geissler und Wilhelm Menz sowie der
unermüdlichen Chordirigenten Gustav Hornberger und Salomon Rothärmel erlebte
der Männergesangverein eine lange Reihe erfolgreichster und schönster
Vereinsjahre.
Sängerbund Kempten (1951)
Besonders in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen
arbeiteten die Kemptener Gesangvereine eng zusammen und gaben häufig gemeinsame
Konzerte. Dabei verwendeten sie, wie schon einige Male im ausgehenden 19. Jahrhundert,
die Bezeichnung "Kemptener Sängerbund", wie z. B. beim IX.
Schwäbisch-bayerischen Bundes Sängerfest im Juli 1910 in Kempten.
Dann brachte der zweite Weltkrieg
schließlich das Vereinsleben fast völlig zum Erliegen.
Im Jahre 1945 ging mit dem Krieg auch die
Tätigkeit der Kemptener Männerchöre endgültig zu Ende, denn die
Weiterführung des Vereinslebens wurde durch die Besatzungsmächte verboten.
Erst nach Lockerung des Verbots war es möglich,
am 3. Juni 1948 die Sänger wieder zusammen zu rufen. Zunächst trafen sich die
Sangesfreunde des Bürger-Sänger-Vereins und Männergesangvereins zu
gemeinsamen Gesangsproben unter der Leitung des Chordirektors Dr. Franz Lehrndorfer. Er
war es, der die nach und nach wachsende Zahl der Sänger zu einem beachtlichen
Klangkörper formte. Die Führung zweier Vereine unter einem Chorleiter und einer
Vereinsleitung war aber auf Dauer nicht tragbar und die Frage der endgültigen
Trennung oder des Zusammenschlusses drängte zur Entscheidung. In der
Hauptversammlung am 30. Juni 1951 entschieden sich die Sänger für eine
Vereinigung des Bürger-Sänger-Vereins 1845 und des Männergesangvereins
1904 zum "Sängerbund Kempten" als Träger der Tradition beider
Vereine. Somit lebt in ihm die über 150-jährige Geschichte der Kemptener
Männergesangvereine fort.
Es begann eine weitere Blütezeit des Chores.
Die Statistik vom 15. Dezember 1951 zählte 116 aktive Mitglieder. Unter Hans
Hartmannsberger, Chormeister von 1951 bis 1972, fanden alljährlich große
Kornhauskonzerte
mit Solisten und Orchester statt. Seine Nachfolger als Chorleiter waren
Helmut Müller, Ludwig Rügamer, Ernst Bestfleisch (über mehr als 10 Jahre),
Isabella Madlener, Alfred Ziegler, Elmar Neuberth, Anton Schmidt und seit Oktober 1997
Wolfgang Schelbert. Die Vereinsführung lag in dieser Zeit in so bewährten
Händen wie denen von Hans Müller, Dieter Prinz, Hansjörg Kloos, Klaus E.
Wittmann, Peter Stix, Norbert Lichter und wiederum Klaus E. Wittmann.
Die Jodlergruppe (1962 - 2009)
In den 60er-Jahren, einer Zeit der Hochblüte
des Sängerbundes, wurde neben der zielstrebigen Chorarbeit für die großen
Konzerte der innere Zusammenhalt des Chores durch regelmäßige gesellige
Veranstaltungen gefördert. Hierzu zählten auch die geselligen Liedertafeln,
bei denen dem freien Singen und Musizieren, sowie Auftritten der Vereinssolisten
Freiraum gegeben wurde.
Im Herbst 1962 trat bei einer solchen Liedertafel
erstmals ein
Soloquartett
mit Werner Bunz, Franz Hiemer, Xaver Schadl und Hans Seit auf, das von Chorleiter Hans
Hartmannsberger geleitet wurde. Gesungen wurde anfänglich oberbayerisches Liedgut.
Der Widerhall war so nachhaltig, dass aus diesem ersten Versuch eine feste Einrichtung
wurde. Man traf sich monatlich einmal und baute einen Lieder- und Jodlerschatz mit
Schwerpunkt von Schwäbischem und Allgäuer Volksgut auf. Es war ein
Glücksfall, dass Franz Hiemer seine Naturbegabung als Jodler ausbauen konnte und
als "Oberjodler" zur tragenden Säule der Gruppe wurde.
Sie wurde zu einem Aushängeschild des
Sängerbundes und gab sich den Namen "Jodlergruppe des Sängerbundes
Kempten". 1972 gab Hans Hartmannsberger die musikalische Leitung des
Sängerbundes ab. Da jedoch keiner der Nachfolger bereit war, auch die Jodlergruppe
zu betreuen, führte er sie weiter, um ihre Existenz zu sichern.
1975 wurde das bisherige Soloquartett zu einem
Doppelquartett erweitert mit der Besetzung: Franz Hiemer und Alfred Ziegler (1. Tenor),
Hansjörg Kloos und Hermann Schedler (2. Tenor), Xaver Schadl und Ernst Schreivogel
(1. Bass), Hans Seit und Franz Hölzle (2. Bass). Im Verlaufe der folgenden Jahre
kamen für Schedler zunächst Herbert Hegele, der nach wenigen Jahren von Siegfried
Lerf abgelöst wurde, und für Schadl und Seit Ewald Gomolka und Xaver Seiband
zur Gruppe.
Ein schwerer Schlag traf die Gruppe im Jahre 1987,
als sie durch einen Verkehrsunfall Franz Hiemer verlor. Er war die Seele der Gruppe
gewesen. An seiner Totenbahre sang sie ihm ein Totenlied aus Österreich:
"Müßt mich zu Grabe bringen, kann nimmer mit euch singen."
Nach dem Zugang von Otto Wölfle als 1. Tenor
und Oberjodler konnte der Weiterbestand der Gruppe gewährleistet werden. Im Jahr
1991 baten Alfred Ziegler und Franz Hölzle um ihr Ausscheiden. An ihre Stelle
traten Michael Wimmer und Günter Zachmeier. In dieser Besetzung feierte die Gruppe
im Herbst 1992 ihr 30-jähriges Bestehen. Dies wurde auch zum letzten Auftritt ihres
Begründers und Leiters Hans Hartmannsberger. Da sich in Günter Zachmeier ein
geeigneter und engagierter Nachfolger gefunden hatte, sah Hartmannsberger den weiteren
Bestand als gewährleistet und trat als 80-Jähriger zurück.
Für Ewald Gomolka kam bald Sepp Bürzle
in die Gruppe. Dieser schied zu Beginn des Jahres 1996 wieder aus. Daraufhin wechselte
Günter Zachmeier in den 1. Bass, so dass der 2. Bass mit Xaver Seiband nur einfach
besetzt war. Der Beginn des Jahres 1998 brachte mit Franz Miller (2. Bass) und Reinhold
Petrich (1. Tenor) nicht nur zahlenmäßig, sondern auch stimmlich eine
Verstärkung der
Jodlergruppe.
Die Besetzung mit drei 1. Tenören hat den Vorteil, dass bei Fehlen von einem der
drei die Gruppe trotzdem noch voll auftrittsfähig ist.
Nach der Feier des 35-jährigen Bestehens im
Oktober 1997 in Form einer Liedertafel war die 4-tägige Reise nach
Schonach/Schwarzwald mit der ganzen Gruppe mit allen Ehefrauen, sowie dem häufigen
Begleiter Otto Simon mit seiner steirischen Harmonika und seiner Frau Inge ein weiterer
Höhepunkt. Der Zusammenhalt in der Gruppe wurde ungemein gefördert und seither
sind die Frauen voll in die Gruppe integriert und bei allen Feiern dabei.
In der Folgezeit setzte Zachmeier neue Schwerpunkte und
schulte die Gruppe speziell im a-capella-Gesang, weg von der Instrumentalbegleitung. Die Jodlergruppe
errang ein hohes Ansehen und wirkte bei zahlreichen - auch überregionalen - Veranstaltungen mit.
So kamen unter der Leitung von Günter Zachmeier rund 230 Auftritte zusammen bis die Jodlergruppe
zuletzt am 19. Dezember 2008 ihrem einstigen
Gründer, Hans Hartmannsberger, gesanglich das letzte Geleit gab. Das war zugleich der letzte Auftritt
der Jodlergruppe, die sich mit Beschluss der Mitgliederversammlung vom 25.02.2010 auflöste,
weil aus Altersgründen die gesangliche Qualität nicht mehr zu halten war.
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