Chorfahrt 2000 nach Feldbach/Steiermark
2. bis 25 Juni 2000; "150 Jahre Gesangverein Feldbach"

Reisebericht:
(verfasst von Günter Zachmeier)  

    Als der Sängerbund Kempten vor fünf Jahren sein 150-jähriges Bestehen feiern durfte, beehrten ihn die Sangesfreunde aus Feldbach in der Steiermark mit ihrem Besuch. Heuer konnte der Gesangverein Feldbach das gleiche Jubiläum feiern.
    Das nahm der Sängerbund zum Anlass, mit einem vollbesetzten Doppelstockbus eine viertägige Reise dorthin zu unternehmen.
    Abfahrt am Donnerstag, 22. Juni um 6.30 Uhr vor der Lorenzkirche in Kempten. Fahrtroute München – Salzburg – Eben (Mittagspause bei "Rosenberger ") – Schladming – Liezen – Graz – Feldbach. Nach der Ankunft in Feldbach gegen 16 Uhr und dem Bezug der Quartiere – wir waren in vier verschiedenen Etablissements alle sehr gut untergebracht - blieb etwas Zeit zum Ausruhen. Danach traf man sich vor dem Rathaus zur Sonnwendfeier. Geführt von der Blaskapelle setzte sich der Zug zum Stadtpark hinter der Kirche mit dem scheußlichen Turm in Bewegung. Ansprachen, Turnvorführungen der Jugend, Singen von Männerchor und Jodlergruppe, Anzünden des Holzstoßes. Beim gemütlichen Beisammensein nach der Sonnwendfeier im Hof des Pfarrhauses gab es die erste Möglichkeit, die seit 25 Jahren bestehenden freundschaftlichen Beziehungen wieder aufzufrischen. Jeder von uns bekam je einen Gutschein für ein Essen und ein Getränk. Zu den Klängen der steirischen Harmonika von Herrn Reichart schwangen einige ihr Tanzbein.
    Bei der Rundfahrt durch die Oststeiermark am nächsten Tag begeisterte uns die Thermenanlage in Blumau, in seiner unverkennbaren Art gestaltet von Friedensreich Hundertwasser. Das Mittagessen wurde im Berggasthof König in Pöllau-Berg eingenommen. Der Besuch der dort befindlichen ältesten Wallfahrtskirche Österreichs gab Männerchor und Jodlergruppe Gelegenheit, mit einigen Liedern unseres langjährigen aktiven Sängers Franz Schmid zu gedenken, der fast zur gleichen Stunde in Kempten zu Grabe getragen wurde. In der herrlichen Barockkirche in Pöllau unten im Tal ließ die Jodlergruppe den Andachtsjodler erklingen. Zuvor hatte Klaus E. Wittmann zwei Lieder a cappella vorgetragen. Auf der Rückfahrt nach Feldbach bewunderten wir vom fahrenden Bus aus die malerisch auf dem Berg liegende Rieggersburg. Der Tag klang harmonisch aus in der Buschenschank Hutter, wo wir, bei herrlichem Sommerwetter im Freien sitzend, den steirischen Wein genossen. Jeder bekam, von den Feldbachern spendiert, einen sehr reichhaltigen Jausenteller. Männerchor und Jodlergruppe trugen, umrahmt von Alphornklang, den steirischen Freunden Allgäuer Liedgut vor und die Feldbacher erfreuten uns mit ihren wunderbaren steirischen Liedern. Klaus E. Wittmann bereicherte das Programm mit einem Solovortrag und auch die Mundharmonikas von Adolf Guggemos und Reinhold Petrich trugen zur Unterhaltung bei.
    Am nächsten Tag stellten wir fest, dass ein Besuch von Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs, sich in jedem Fall sehr lohnt. Wir bestiegen, in zwei geführten Gruppen, den Schlossberg und genossen die Aussicht auf die Stadt. Beim Abstieg ließen Sigi Lerf und Reinhold Petrich einen Jodler erklingen. Nach dem Mittagessen bei Feldbach fuhr man mit dem Bus zur Halle, wo das abendliche Konzert stattfinden sollte und machte dort die Hauptprobe, zuerst der Männerchor, dann die Jodlergruppe. Nun blieb wenig Zeit, denn um 18 Uhr begann der Empfang beim Bürgermeister der Stadt Feldbach, Herrn Deutschmann, im Hof des Rathauses. Nach einer kurzen Ansprache des Bürgermeisters taten wir uns an Schmalzbrot und Wein gütlich. Hier stieß auch der Männerchor aus Annabichl, einem Stadtteil von Klagenfurt dazu, der mit uns das abendliche Festkonzert zu Ehren des Jubiläumschors gestalten sollte. Beide Chöre waren auf den Plakaten als "Berühmte Männerchöre" angekündigt worden. Nun, um es vorwegzunehmen, Männerchor und Jodlergruppe des Sängerbundes konnten mit ihren Vorträgen mit den Annabichlern durchaus mithalten und so wurde es ein gelungenes Konzert. Der Konzertablauf: Zunächst sangen die beiden Männerchöre zusammen mit dem Feldbacher Chor "A sunniges Platzl". Dann brachte der Männerchor des Sängerbundes als Überraschung, am Klavier begleitet von Frau Ortrud Meissner, den Matrosenchor "Steuermann, halt die Wacht" von Richard Wagner. Darauf übergab Vorsitzender Klaus E. Wittmann unser Geschenk: die kompletten Noten einer Komposition von Franz R. Miller. Unser Männerchor sang: "Ei du Mädchen vom Lande", "Schwabentanz", "Zieh in die Welt" mit Solotenor Reinhold Petrich, "Funkelnd wie die Sonne", "Hei, grüaß di Gott, Ländle", "Bin i net a Bürschle" (das hatte der Chor auch schon beim Empfang beim Bürgermeister vorgetragen), "Mala moja", "Frater Kellermeister" und "Aus der Traube in die Tonne". Die Jodlergruppe brachte zum Vortrag " s Tonele", "Uf dr Schwonde", "Blöihet Roas und Nägle" und "Dr Hiertebue". Auch die Alphornbläser Guggemos und Petrich trugen mit einem Stück zum Programm bei. Die Annabichler brachten zunächst geistliche Lieder und im zweiten Teil Kärtner Liedgut. Sie sangen alles auswendig, aber die 1. Tenöre neigten etwas zum "Drücken", d. h. zu tief intonieren. (Eine Krankheit, die bei vielen Chören zu finden ist und beim Sängerbund in letzter Zeit leider immer ausgeprägter auftritt, vor allem, wenn piano gesungen wird. Zur Ehre der 1. Tenöre muss allerdings ergänzt werden, dass auch die übrigen Sänger dazu neigen.) Ansonsten besorgte die instrumentale Auflockerung zum Chorgesang die Volksmusikgruppe "auf Tanz" in der traditionellen Besetzung Klarinette, Geige, steirische Harmonika und Tuba. Die vier beherrschten ihre Instrumente perfekt und verstanden es nicht nur beim Konzert , sondern auch danach beim ausgiebigen Feiern in der Halle die Zuhörer zu begeistern. Hier war dann auch die Gelegenheit, den von Alfred Mader gestifteten und von Willibald Prockl bemalten Humpen mit Wein zu füllen und den Feldbachern als weiteres Geschenk zu übergeben.
    Die Mittagspause auf der Heimfahrt ( über Bad Aussee) nützten wir, um dem malerischen Hallstatt im Salzkammergut, eingezwängt zwischen dem See und schroff abfallenden Felsen, einen Besuch abzustatten. (Weiterfahrt über Bad Ischl – St. Gilgen – Salzburg). Gegen 21 Uhr wieder gut in Kempten angekommen, geziemt es sich, dem Organisator Heinz Wagner herzlich zu danken für die sehr gelungene Reise, die noch lange im Gedächtnis bleiben wird.