Allgäuer Zeitung – Kempten vom 20. Juni 2005

Chöre lassen die Stadt erklingen

Bild: Abschluss-Konzert

Vielstimmig: Unter diesem Motto feierte der Sängerbund Kempten am Wochenende sein 160-jähriges Bestehen. 20 verschiedene Chöre besangen zunächst die ganze Innenstadt, bis sie sich zum Abschluss-Singen auf dem Residenzplatz versammelten.                                                                                                    Foto: Ralf Lienert



Vielstimmig, vielfältig - und viel los
Sängerbund-Fest: Konzerte am laufenden Band und über 550 Sänger beim Abschlusschor

               Von Christine Rothauscher

                                       Kempten
     Sie sangen und ihre Zuhörer jubelten. Weit über 500 Chorsänger sorgten am Samstag dafür, dass die Einkaufsmeile der Stadt zur Strasse der Musik wurde. Lieder aus aller Herren, Länder klangen ans Ohr und wer zwischen Forum Allgäu, Rathausbrunnen und Residenzplatz unterwegs war, konnte Chorkonzerte am laufenden Band erleben. Tausende von Menschen genossen das singende, klingende Fest, mit dem der Sängerbund Kempten sein 160. Bestehen feierte.


Bild: Sängerbund Kaufbeuren

An der Klostersteige zeigten die Mitglieder des Sängerbundes Kaufbeuren ihr Können.

 

Bild: Intermezzochor Kimratshofen
In der Fußgängerzone hatte sich der der Kimratshofer Chor "Intermezzo" eingefunden, um sich beim Publikum des Sängerbunds Kempten Gehör zu verschaffen.

     Muss ein Fest mit Eröffnungsreden beginnen? Beim großen Chortreffen nicht. Da reichten zehn Tastenanschläge auf dem Forumflügel oder ein kurzer Summton der Dirigenten und über 20 Chöre begannen quer durch die Innenstadt mit Standkonzerten.
     Volkslieder, Gassenhauer, Choräle und alt- bekannte Weisen erklangen unter dem zu- nehmend weiß-blauen Himmel und so mancher bedauerte, nur zwei Augen, Ohren und Füße zu haben. "Weil man ja beim besten Willen nicht gleichzeitig an allen elf Konzertpunkten sein kann", so beispielsweise der 84-jäh-rige Hans Rietzler. Sagt's und fährt per Fahrrad den Chorgruppen hinterher. Aus Kempten und dem Altlandkreis, dem Ober-, Ost- und Unterallgäu, aus der Steiermark/Österreich und Italien waren diese angereist. Und immer, wenn ein Lied aufklang, bildeten sich Trauben von Zuhörern. Ab und an war eine wohl bekannte Melodie gleich von mehreren Chorgruppen zu hören. Zum Beispiel der "Bajazzo". "Da mueß i jedesmal vor Rührung weinen, mit kommet die Wasserburger von allein in d'Augen", verriet eine ältere Kemptenerin.

 

Bild: Abschluss-Konzert

Alle zusammen: Über 550 Sängerinnen und Sänger gestalteten das Abschlusssingen.

Bild: Sängerbund Kempten

Das 160. Bestehen des Sängerbunds Kempten mit derzeit 41 aktiven Sängern war des Anlass für das große Chortreffen. Unser Foto zeigt den Chor beim Festgottesdienst in St. Michael.

Bild: Chorgemeinschaft Sankt Mang

Aus vollem Hals sangen die Mitglieder der Chorgemeinschaft Sankt Mang, um die Klostersteige zum Klingen zu bringen.

 

     Und hoffentlich hörte sie auch beim Abschluss-Singen vor der Residenz zu. Dort nämlich war ausgesprochen musikalischer Schwung und Heiterkeit angesagt. Sogar die Glocken von der nahen Lorenz-Kirche schickten hell klingende Töne herüber, als Heinz Wagner, Vorstand des Sängerbunds, sich bei den Sängerinnen und Sängern sowie den Besuchern "fürs Mitgestalten und Mitfeiern" bedankte. OB Dr. Ulrich Netzer als Schirmherr bestätigte dem Jubiläumsverein, dass dieser trotz seines 160jährigen Bestehens keinesfalls in die Jahre gekommen, sondern voller Kraft und Tatendrang sei.
     Unter Leitung von Dirigentin Monika Lichter-Resch und Wolfgang Schelbert stimmten die 550 Sängerinnen und Sänger mit dem Bleckbläserquintett die Schlusslieder an. Und bei "Freude schöner Götterfunken" verschmolz die Sängerschar mit den Zuhörern zu einem wohlklingenden Riesenchor.


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